Wenn die ersten Fotos von diesem Aquarium in ein Forum gepostet wurden, war ich genauso wie alle anderen, verwundert was ich da sah.
Schöne Kolonien Korallen mit prächtiger Farbe. Die Farben waren fast unwirklich und man dachte fast an eine Nachbearbeitung mit Photoshop.
Als der Eigentümer des Aquarium mehr Informationen gab weckte dies meine Aufmerksamkeit und beschloss im Dezember 2005 Kontakt aufzunehmen.
Der Eigentümer von diesem Aquarium, Iwan Lasser, reagierte darauf positiv und ein Besuch war kein Problem.
Nach einer stressige Zeit auf der Arbeit, machten wir einen Termin für Mitte Februar 2006 aus. Iwan wohnt in der Schweiz so das mir eine
schöne Reise bevor stand.
Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, startete ich zusammen mit Andre aus Spijk,
samstagfrüh in die Schweiz.
Die Sonne strahlte am Himmel und wir fuhren Richtung Venlo um die Grenze zu überqueren. Obwohl Urlaubsverkehr angekündigt war, war von diesem
nichts zu merken, und fuhren in einem flotten Tempo durch das deutsch /französische Grenzgebiet Richtung Süden.
Obwohl wir einen Zwischenstop machten,
waren wir fünf Stunden später an der Schweizergrenze, wo wir uns innerlich stärkten und uns eine kurze Pause gönnten.
Wir mussten noch eine Stunde durch die Schweiz fahren bevor wir am Ziel ankamen.
Durch meinen Beruf habe ich viel von Holland gesehen und außer Ballungsgebiete und Autobahnen, gibt es schöne
Plätzchen zu finden.
Aber fahren in der Schweiz ist doch ein anderes Erlebnis. Die Strassen sind schön und es gibt keine
Abfälle am Straßenrand, die Hügel und Berge die die Strassen umschließen ist ein schönes
Schauspiel.
Dummerweise hätte die Fahrt länger dauern können, aber etwas vor unseren Termin sind wir in Lenzburg/Schweiz angekommen.
Dank dem Navigationssystem wo detaillierte Karten von West-Europa enthalten sind wo man jede Adresse bis an der Haustür findet.
Es war sehr einfach um in Lenzburg den richtigen Weg zu finden bis an ein
großes Eckhaus (typisch deutsch/schweizer Bau) wo Iwan wohnt.
Die Wohnung von Iwan ist im obersten Stock und die Aussicht war überraschend.
Eine wirklich schöne Wohnung wo es schön zu leben ist. Viele Holzbalken an der Decke runden die gemütliche
Atmosphäre ab. Die Aussicht an beiden Seiten war prächtig.
An der einen Seite hat man Aussicht auf eine Kreuzung und die schönen Häuser in der
Umgebung, und auf der andere Seite ein Hügel mit einem schönen Schloss drauf.
Wir trafen einen guten Gastgeber und unter den Genuss von Cappuccino und Keksen erholten wir uns von der Fahrt.
In einem anderen Zimmer mit zwei Bänken steht das Aquarium. Es fällt wenig Tageslicht ins Zimmer, und das Aquarium mit seiner Farbenpracht zieht sofort den Blick auf sich.
Das Aquarium und den Unterbau hat Iwan komplett so wie es steht von jemand übernommen, und es ist ein
Vollglas Aquarium mit einer Länge von 180 cm, 75 cm tief und 60 cm hoch.
Dies ergibt ein Wasservolumen von fast 800 Liter. Das Glas ist 12 mm dick
Das Untergestell ist komplett aus rostfreiem Stahl. Der Vorbesitzer hat alles
eigenhändig gemacht. Die Oberseite hat keinen Rahmen. Knapp über der Wasseroberfläche hängt ein Leuchtbalken von ATI, mit eingebauten Ventilatoren und der
gesamter Bereich über dem Aquarium wird abgeschlossen mit einer Luxaflex.
Die Rückwand ist vorgesehen mit einer Art PUR-Schicht und die Dekoration besteht aus lebenden Steinen.
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Iwan erzählte mir, das er glaubt, an ein so stabiles wie nur mögliches biologisches Milieu. Dies will er mit so wenig wie nur möglichem technischem Aufwand erreichen. Iwan strebt nach einer biologischen Lösung um ein stabiles Milieu zu kreieren.
Zu Beginn fiel Iwans Auswahl für eine HQI-Beleuchtung. Nachdem er gute Berichte hörte und die Resultate sah, ist er auf T5 Beleuchtung gewechselt.
Die Beleuchtung besteht aus 2 x 54 W ATI Aquablue Special und 2 x 54 W ATI Blue Plus. Dann noch 4 x 80 W ATI Aquablue Special und 4 x 80 W ATI Blue.
Zusammen macht das 856 Watt. Insgesamt etwas mehr als 1 W pro Liter Meerwasser.
Mit dem LUX-Messgerät wird ein Durchschnittswert von 62000 Lux an der Wasseroberfläche gemessen. Die
blauen Lampen sind etwas weniger kräftig wie die
Weißen.
Die Leuchtbalken hängen ungefähr 8 bis 10 cm über der Wasseroberfläche.
Um Salzverkrustungen und regelmäßiges putzen der Lampen zu vermeiden, werden diese geschützt von eine
Kunststoffplatte.
Dies geht natürlich auf Kosten der Leuchtkraft, aber wird gerne hingenommen.
Es sind zwei kleine Eiweißabschäumer am System angeschlossen, und hängen im Aquarium weil kein Sump vorhanden ist. Der eine Abschäumer ist selbstgebaut und der andere ist ein Aquamedic turbofloater.
Die beiden sind eigentlich unterdimensioniert und haben kaum etwas zu tun. Das Wasser mit Sauerstoff anzureichern ist deren Hauptfunktion.
Die Zugabe von Calcium wird mit einem kleinen Korallin Calcium Reaktor
gemacht und Iwan wendet auch die Balling Methode an.
Sein Calciumverbrauch
liegt bei ungefähr 40 mg pro Tag.
Die circa 10 bis 12 cm dicke Sandschicht kann man in drei schichten unterteilen. Die oberste
Schicht ist ziemlich in
Bewegung und enthält den meisten Sauerstoff.
Diese Schicht enthält den gleichen Sauerstoffgehalt wie das Wasser darüber.
In der Schicht darunter ist schon noch Sauerstoff anwesend, aber deutlich
weniger als in der Schicht drüber.
In der untersten Schicht ist kaum bis gar kein Sauerstoff vorhanden. Die verschiedenen
Bakterienstämme, Tiere und Mikroorganismen in diesen drei Schichten sorgen für einen
kompletten Abbau der Nährstoffe.
Um die Wasseroberfläche in Bewegung zu bringen werden zwei Streams von Tunze engesetzt mit dem Ziel einen optimalen Gassaustausch zu erreichen.
Die Tiere bestehen aus einer bunten Mischung von Acroporas, Montiporas und vielen anderen.
Das Pflegen der Tiere, und sicher in diesen Formen und Farben ist schon schwer genug.
Durch das dieses sehr zeitaufwendig ist (und Zeit habe ich nicht immer vorhanden) werde ich dieses überspringen.
Lasse die Übersicht und Detailfotos für sich sprechen!
Es ist schon zuvor erwähnt und deutlich zu sehen das die Korallen stark pigmentiert sind.
Durch die Korallen in einem sehr nährstoffarmen Wasser zu halten und nach meiner
Meinung nach durch Zugabe von Korallenzucht, ist das Ergebnis eine niedrige Dichte der
Zooxanthellen an die Korallen.
Die normalerweise zahlreiche Anwesendheit von Zooxanthellen geben die Korallen eine dunklere Farbe was übrigens darauf deutet das es der Koralle gut geht.
Durch Umstände im Aquarium haben diese Korallen sehr wenig Zooxanthellen, wie
man es auf den Nahaufnahmen gut sieht.
Die Koralle will sich gegen das UV Licht schützen und die Farben sind sehr deutlich sichtbar.
Dies ist allerdings nicht ohne
Gefahr.
Man muss immer ein Minimum an Nährstoffen im Becken haben. Dafür sorgen die Fische, die Futter aufnehmen und dadurch werden wieder die notwendigen
Elemente ins Aquarium gebracht.
Auch das Bakterienplankton das hauptsächlich in der obersten Sandschicht lebt,
kommt wenn es dunkel ist in das Wasser und ist
eine willkommene Nährquelle für die Tiere.
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Wasserwechsel macht Iwan wöchentlich 10% und benutzt Osmosewasser für Frischwasser anzu setzen. Iwan benutzt das Salz von Tropic Marin.
Ozon und UV wird nicht eingesetzt da dies die Bakterien tötet.
Es werden Mittelchen hinzugefügt.
Jeden Tag ZEOstart2, Coral Vitalizer und Aminosäuren von Korallenzucht werden hinzugefügt. Auch eine
tägliche Dosis Pythoplankton und ein Mix aus Spurenelementen mit Strotium und Jod, Marke QFI
Wöchentlich werden von Prodibio (Reefbooster) Aminosäuren und Vitaminen hinzugefügt und um die zwei Wochen zwei Bakterien Präparate von Prodibio. Diese sind Bio Digest und Bioptim.
Alle Produkte haben das Ziel ein nährstoffarmes Milieu zu kreieren.
Eine kurze Erklärung der Produkte.
ZEOstart2: um Phosphat und Nitrat zu verringern. Zu gebrauchen in
Kombination mit Kohle die als Nährbasis für die im das Produkt anwesende
Bakterien. Dosierung von 1 ml auf 100 Liter Meerwasser pro Tag
Prodibio Reef Booster, Aminosäuren und Spurelemente. Dosierung wöchentlich 1 Ampulle pro 400 Liter Meerwasser
Zeo Coral Vitaliser: Nahrung für die Korallen.
Spurelemente: Zum auffühlen der verbrauchten
Elemente hauptsächlich bei Aquarien mit viele Korallenkolonien und wo Wasserwechsel nicht ausreicht.
Dosierung wird gemacht wenn das Licht aus ist mit 1 bis 3 Tropfen pro 100 Liter Meerwasser. Die Tropfmenge hängt von dem
Bestand mit Korallen ab.
ZEO hoch konzentrierte Säure. Für Korallenwachstum und optimale Farben. Dosierung wird gemacht wenn das Licht aus ist mit 1 bis 3 Tropfen pro 100 Liter Meerwasser.
Phytoplankton: Lebendes Plankton als Nahrung für Microorganismen, Schwämme und Korallenpolypen
Bakterien: Prodibio Bio Digest, selektierte Bakterienkulturen bringe Phosphat und Nitrat zu einem Minimum. Dosierung alle zwei Wochen eine Ampulle auf 1000 Liter Meerwasser. Prodibio Bio trace, Nahrung für Bakterien. Dosierung alle zwei Wochen eine Ampulle auf 200 Liter Meerwasser
Achtend auf die Säuren die hinzugefügt werden und damit ein Hyperaktiv Bakterienleben hat ist es erforderlich das ein
ordentlicher Buffer kreiert wird sodass der PH nicht zu niedrig wird.
Ein Deep Sand Bed hilft dabei, einen PH von 8,1 zu haben kurz vor die Lichter angehen.
In einem Teil des Becken hat Iwan Rowaphos aktiv. Angesehen die Zugabe der verschiedenen Elemente und ein nicht messbarer Phosphatgehalt ist dies überflüssig geworden und wird nicht mehr benutzt.
Iwan beobachtet seine Tiere täglich sehr gut und abhängig was er sieht gibt er noch Stylo-Pocci glow, Potassium mix, Potassium jodium und Aminosäuren von Korallenzucht hinzu.
Er hat keine feste Dosierung. Iwan sagt das er die Produkte einsetzt, abhängig was er sieht.
Die Korallen gut beobachten und sie sagen dir was sie brauchen.
Das ist es womit wir es zu tun haben!
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Iwan sagt auch das man sehr vorsichtig sein muss und das jede Änderung im Aquarium das Milieu verändert. Jede neu gekaufte Koralle muss man die Zeit geben sich anzupassen an die veränderten
Umstände.
Achtung!! Alle Informationen auf dieser Seite und insbesondere dieser Bericht stammen von dem Aquarianer selbst.
Es ist eine Wiedergabe von Informationen und Handlungen die in laufe der Zeit entstanden sind.
Mein dringendes Anraten ist nicht rücksichtslos eine Änderung von der Arbeitsweise, oder mit etwas neuem anzufangen. www.Marineaquarium.nl hat und nimmt keine
Verantwortung.
Ich melde, vielleicht überflüssig, Sie haben die Verantwortung der Arbeitsweise und handeln. Man sollte sich mit der Materie erst bekannt machen und sich mit der Materie vertiefen um das Risiko zu
minimalisieren.
Ich kann mir vorstellen, das viele Aquarianer solche Aquarien und Farbenpracht nachstreben, daher diese extra
Bemerkung.
Wenn Sie Fragen zu diesem Artikel haben, dann stellen Sie diese über diese Seite oder via das Forum.
Nächsten Monat gibt es wieder einen besonderen Artikel. Versprochen!